Die markant bebaute Reinhardtstrasse verbindet die Spree mit der Friedrichstrasse. Sie weist neben der Luisenstrasse und deren Seitenstrassen eine große Zahl erhaltener Biedermeier- und klassizistischer Gebäude auf. Auch unser denkmalgeschütztes Haus von 1840 gehört zu dieser frühen Phase der modernen Stadtentwicklung Berlins.
Prof. Hans Kollhoff und Frau Helga Timmermann haben als Architekten und Bauherren das alte Haus zu neuer Eleganz gebracht und die Räume der ehemaligen Schmiede in ein dezent, vornehmes Ambiente verwandelt. Besonders der Hofgarten mit den streng angeordneteten, bodentiefen Fenstern und dem schönen Granit-Pflaster atmet den Geist des vornehmen Biedermeiers im Übergang zur preußischen Klassik.
Sinnenfroh und süddeutsch, ja fast "alpin" ist die Küche des neuen Lokals, das als Ausdruck der auf guten Wein orientierten Konzeption den Namen "Traube" erhielt. Hier kommt die süddeutsche und alpine Küchenstilistik zu ihrem Recht. Die Schweiz, Italien, Süddeutschland und Österreich stehen gleichermaßen Pate, aber auch das Elsaß.
Die bewährten Köche aus dem benachbarten Restaurant Paris-Moskau beschreiten unter Führung von Küchenchef Christian Gau im Spiel mit Traditionen neue Wege jenseits modischer cross-over-Kulinarik.
Der Service wird von dem erfahrenen Sommelier Dirk Kaphengst geleitet, der mit seiner humorvollen und klugen Art die Gäste kenntnisreich verwöhnt.
Wolfram Ritschl, als "Patron" und seine Frau Kerstin Gentner-Ritschl als Geschäftsführerin, sichern beständig die Qualität und helfen mit, das kulinarische Angebot zu entwickeln. Ein Ziel ist es dabei, die enge Kooperation mit seinem traditonsreichen Paris-Moskau im nahegelegenen Alt-Moabit 141 zu fördern.
Die Reinhardtstrasse verläuft von Friedrichstrasse bis Schiffbauerdamm und hat Ihren Namen seit dem 31.7.1947. Früher, von 1827-1947 hiess sie Karlstrasse.
Namenserläuterung:
Reinhardt (eigtl. Goldmann), Max, * 9.9.1873 in Baden b. Wien, † 30.10.1943 in New York, war österreichischer Regisseur, Theaterleiter, Opfer des NS-Regimes.
Max Reinhardt
begann seine beispiellose Theaterkarriere in Salzburg und wurde bereits 1894 ans Deutsche Theater nach Berlin verpflichtet. 1903 erwarb er am Schiffbauerdamm das Neue Theater, wo er neue Maßstäbe für Klassiker-Aufführungen setzte. 1905 gelang es Reinhardt, den Gebäudekomplex in der Schumannstraße (paralell zur heutigen Reinhardtstr.) für 2,5 Millionen Mark zu kaufen.
Die neugeschaffenen Kammerspiele waren bevorzugter Spielort für Stücke von Ibsen, Strindberg und Wedekind.
Das ebenfalls dort entstandene Deutsche Theater erlebte unter seiner Führung glanzvolle Klassiker-Aufführungen. Ab 1920 führte Reinhardt auch Regie bei den Salzburger Festspielen. Durch seine Gastspiele verhalf er dem Deutschen Theater zu Weltruf. 1933 emigrierte er nach Österreich, 1938 in die USA. Er starb 1943 in New York.